Schwarzes ------ Moos ------- Roter ------- Schleim




Blut floß aus mehreren tiefen Wunden, die er letzte Nacht erlitt.
Sammelt Moos, um es auf die zerfetzten Körperstellen zu pressen.
Schnell vollgesaugt, schimmert es schwarz.
Das Moos im Kerzenschein.
Hunderte erhellten sie, bis in ihre letzten Winkel,
und vermochten sie doch nicht zu erwärmen.
Diese extreme Weite und Höhe jener Kathedrale, in der er sich verlor.
Der Atem des verblutenden Opfers -
einer grausamen Entstellung seines Leibes.
Durch einen Körper der Obrigkeit.
Man nähte ihm ein Auge zu, so dass er nicht mehr „sehen“ konnte,
beschnitt seine Finger- und Zehenhäute,
und rasierte sein ihn schützendes Fell.

Deshalb blieb er auch.
Er suchte Schutz und Wärme, war durchnässt und erfroren,
als sie ihn nach der "Aufklärung", im spätherbstlichen Wald
sich selbst überließen.
Sogleich bot ihm die Kirche „Schutz und Wärme“,
die nahm er dankend an.
Verkroch sich in ihrem Schoß gehüllt in roten Samt ...
in Lug und Trug.

Wie ein Baby eingebettet irrt er nun,
anscheinend für den Rest seines Lebens,
umschlungen von rot-güldenem Schleier, in einer fernen Realität.




© Raphael Heinrich        1998